Tagesmutter

Sandra Peter


Hier ein paar Informationen zur Eingewöhnung:

Ich gewöhne die Kinder nach dem "Berliner Modell" ein (ganz unten auf der Seite erklärt).

Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.

Die Eingewöhnung ist sehr wichtig für die Eltern, Kinder und auch für die Tagesmutter.

Eine Eingewöhnung dauert in der Regel 2-4 Wochen.

Ich nehme mir meistens 10-14 Tage Zeit für die Eingewöhnung. Es gibt auch Kinder die länger brauchen als 14 Tage und diese Zeit sollte man den Kindern auch geben.

 

Ein paar Hinweise für die Eingewöhnungszeit:

Ein Kind, dass zur Tagesmutter oder in die Kinderkrippe geht, ist noch sehr jung, manchmal noch nicht einmal ein Jahr alt. Da ist es völlig verständlich, dass diese neue Zeit besonders für das Kind aber auch für alle anderen Beteiligten eine große Herausforderung ist. Das Kind trifft auf eine völlig neue Umgebung. Die Räumlichkeiten sind fremd, die Erzieherin/Tagesmutter, die anderen Kinder, neue Tagesabläufe - an alles muss ein Kind sich erst einmal gewöhnen und wir sagen es gleich vorweg: das braucht Zeit!

Geben Sie sich und ihrem Kind Zeit

Sie als Mutter oder Vater sind die Schlüsselperson bei diesem Wechsel in einen neuen Lebensabschnitt. Sie sorgen für einen wesentlichen Beitrag für den Erfolg der Eingewöhnung. Und da schon Kleinstkinder von Natur aus neugierig sind, werden Sie durchaus aktiv auf ihre neue Umgebung zugehen. Da hat natürlich jedes Kind sein eigenes Tempo, deshalb ist es von großer Wichtigkeit, dass Sie sich und Ihrem Kind Zeit geben. Lassen Sie Ihr Kind sein eigenes Tempo bestimmen.

So klappt es mit der Eingewöhnung

Für Ihr Kind beginnt die Eingewöhnung am besten, wenn Sie in den ersten Tagen immer zur annähernd gleichen Zeit in der Krippe/bei der Tagesmutter ankommen. So erlebt es, wenn es kommt, immer eine ähnliche Situation (das Ankommen der anderen Kinder, Morgenkreis oder Frühstück). Da diese neuen Eindrücke recht vielfältig sind, sollten sich ihre ersten Besuche auf bis zu 2 Stunden beschränken. Wichtig ist es dabei, auch wenn alles gut und das Kind interessiert aussieht, in den ersten Tagen kein Trennungsversuch zu unternehmen. Lassen Sie Ihr Kind erst einmal ankommen und seien sie in dieser noch fremden Umgebung sein Ankerplatz, wo es kuscheln oder sich einfach mal kurz ausruhen kann. Selbst wenn Sie den Raum mal kurz verlassen, nehmen Sie Ihr Kind bitte mit, damit es zwischen Ihnen beiden keine Missverständnisse gibt, sich das Kind weiterhin sicher fühlt und unter dieser Vorausssetzung die neue Umgebung erkunden kann.

 

Erste Trennungsversuche

Legen Sie gemeinsam mit der Tagesmutter/den Erziehern fest, wann es zu einem ersten Trennungsversuch kommen kann. Die Profis haben hierbei die nötige Erfahrung und ein Gespür dafür, ob Ihr Kind schon ein bisschen angekommen ist. Dies wird vermutlich nach den ersten drei/vier Tagen so sein. Dann können Sie sich für zunächst kurze, später allmählich länger werdende Zeiträume von Ihrem Kind verabschieden. Natürlich bleiben sie bei den ersten Versuchen in der nähe des Kindes (Treppenhaus/vor dem Haus), damit Sie im Falle des Falles schnell wieder bei Ihrem Kind sein können.
So schön, wie ein Wochenende normalerweise sein kann, so hinderlich ist es doch bei der Eingewöhnung. Zum Wochenbeginn erlebt man immer wieder kleine Rückschritte. Was am Freitag vielleicht schon ganz geklappt hat, ist durch das intensive Wochenende, das das Kind mit seinen Eltern erlebt hat, in Teilen schon wieder vergessen. Sehen Sie also die Schwierigkeiten am Wochenanfang nicht als Niederlage. Diese Rückschritte sind ganz normal und gehören einfach dazu.

Kind mit KuscheltierEin Helfer bei der Eingewöhnung: das eigene Kuscheltier

Kinder, die noch so klein sind, halten sich umso mehr an Dingen fest, die ihnen vertraut sind. Das gibt ihnen Sicherheit - die wesentliche Voraussetzung dafür, Schritte in neue Erfahrungsbereiche zu wagen. Die größte Sicherheit ist natürlich die Anwesenheit der Eltern. Aber um die Eingewöhnung gut zu meistern, helfen Dinge, die dem Kind vertraut sind, wie Kuscheltiere, Schmusetuch oder die eigene Kuscheldecke. Sie als Eltern werden genau wissen, was Sie Ihrem Kind am besten mitgeben, womit es sich wohl fühlt. Geben Sie Ihrem Kind eines dieser Sachen als Begleiter auf dem neuen Weg mit.

Dauer der Eingewöhnung

Wie lange eine Eingewöhnung in der Kinderkrippe oder bei der Tagesmutter dauert, kann man schwer vorhersagen. Kinder sind ganz unterschiedlich und genau so verhält es sich mit der Eingewöhnungszeit. Man kann sagen, dass sie ungefähr einen Monat dauert. Das ist aber eine sehr "weiche" Angabe. Wichtig ist, dass Sie sich und Ihrem Kind keinen Druck machen. Innerhalb dieses Monats werden sie Ihr Kind schon längere Zeit alleine in der Einrichtung lassen können aber die Trennungsmomente werden oftmals nicht ungetrübt sein. Auch das ist normal und völlig ok, zeigt es schließlich, dass Ihr Kind lieber mit Ihnen zusammen wäre.

Wenn sich Ihr Kind erstmals von der Tagesmutter oder den Erziehern trösten lässt und sie ein bisschen kennengelernt hat, ist die größte Hürde geschafft. Wichtig ist: wenn Sie sich entschlossen haben zu gehen, dann gehen Sie bitte auch. Ihr Kind hat ein feines Gespür dafür, wenn Sie bei der Verabschiedung unsicher sind. Die Erzieher bzw. die Tagesmutter wird alles versuchen, Ihr Kind aufzufangen und zu trösten. Wenn dies nicht gelingen will, wird sie Sie anrufen. Dann ist es vielleicht noch etwas zu früh für eine Trennung. Besprechen Sie am besten diese und andere Dinge vorher ganz in Ruhe mit der Tagesmutte/Erzieherin, um persönliche Wünsche zu äußern, Vertrauen aufzubauen. Jede Tagesmutter, jede Kinderkrippe wird eine etwas abgewandelte Form der Eingewöhnung vorschlagen. Keine Frage - auch für Sie als Eltern ist es keine einfache Sache, Ihr Kind bei jemand anderem zu lassen und wegzugehen aber irgendwann wird es klappen und dann werden Sie auf sich aber vor allem auf Ihr Kind stolz sein.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind viel Erfolg bei diesem Start in einen neuen Lebensabschnitt!

Das Berliner Eingewöhnungsmodell

(Quelle: INFANS, Berlin 1990)
 

* 3 Tage Grundphase

Die Mutter (oder der Vater)
kommt mit dem Kind zusammen
in die Krippe (möglichst immer
zur gleichen Zeit), bleibt ca. 1
Stunde zusammen mit dem Kind
im Gruppenraum und nimmt
danach das Kind wieder mit
nach Hause.

 

ELTERN:
• eher passiv
• das Kind auf keinen Fall drängen,
sich von ihm zu entfernen
• immer akzeptieren, wenn das
Kind ihre Nähe sucht
Die AUFGABE der ELTERN ist
es, "SICHERER HAFEN" zu
sein.
• möglichst NICHT lesen,
stricken oder mit anderen
Kindern spielen. Das Kind muss
das Gefühl haben, dass die
Aufmerksamkeit der Mutter
jederzeit da ist.

 

Hinweise für die
ERZIEHERINNEN:

• Vorsichtige Kontaktaufnahme
OHNE ZU DRÄNGEN. Am
besten über Spielangebote oder
über eine Beteiligung am Spiel
des Kindes.
• BEOBACHTUNG des Verhaltens
zwischen Mutter und Kind
In diesen ersten 3 Tagen KEIN
Trennungsversuch !!!

 

* 4. Tag Trennungsversuch
 

(wenn es ein Montag ist, erst am
5. Tag)

 

ZIEL: vorläufige Entscheidung
über die Dauer der Eingewöhnungsphase:
Einige Minuten nach der Ankunft
im Gruppenraum verabschiedet
sich die Mutter vom Kind, verlässt
den Raum und bleibt in der
Nähe.
Die REAKTIONEN des Kindes
sind der Maßstab für die
Fortsetzung oder den Abbruch
dieses Trennungsversuches:
• gleichmütige, weiter an der
Umwelt interessierte Reaktionen.
Bis maximal 30 Minuten
Ausdehnung der Trennung.
• Dies gilt auch dann, wenn das
Kind zu weinen beginnt, sich
aber rasch und dauerhaft von
der Erzieherin beruhigen lässt.
• wirkt das Kind nach dem Weggang
der Mutter verstört
(erstarrte Körperhaltung) oder
beginnt untröstlich zu weinen,
so muss die Mutter sofort
zurückgeholt werden.

 

Stabilisierungsphase

Ab dem 4 Tag versucht
• die Erzieherin von der Mutter
die Versorgung des Kindes zu
übernehmen:
- Füttern
- Wickeln
- sich als Spielpartner
anbieten
• die Mutter überlässt es jetzt
immer öfter der Erzieherin auf
Signale des Kindes zu reagieren
und hilft nur noch, wenn das
Kind die Erzieherin noch nicht
akzeptiert.
Nur wenn das Kind sich beim
Trennungsversuch am 4. Tag
von der Erzieherin trösten ließ
bzw. gelassen auf die Trennung
reagiert, sollte die
Trennungszeit am 5. Tag
ausgedehnt werden. Am 5. und
am 6. Tag ist die Anwesenheit
der Mutter in der Krippe
notwendig, damit sie bei Bedarf
in den Gruppenraum geholt
werden kann.
Wenn sich das Kind am 4. Tag
nicht trösten ließ, sollte die Mutter
am 5. und am 6. Tag mit
ihrem Kind wie vorher am Gruppengeschehen
teilnehmen und
je nach Verfassung des Kindes
am 7. Tag einen erneuten Trennungsversuch
machen.

 

Schlussphase

Die Mutter hält sich nicht mehr
im Kindertagesheim auf, ist jedoch
JEDERZEIT erreichbar,
falls die Tragfähigkeit der neuen
Beziehung zur Erzieherin noch
nicht ausreicht, um das Kind in
besonderen Fällen aufzufangen.
• Die EINGEWÖHNUNG ist
beendet, wenn das Kind die
Erzieherin als "SICHERE
BASIS" akzeptiert hat und sich
von ihr trösten lässt.
• Dies ist z. B. dann der Fall,
wenn das Kind gegen den Weggang
der Mutter protestiert
(Bindungsverhalten zeigt), sich
aber schnell von der Erzieherin
trösten lässt und in guter Stimmung
spielt.